Domain verkaufen: Preis, Plattform und Verhandlung

Aktualisiert: 4 Min. Lesezeit Redaktion Premiumwebseiten
Kurz gesagt

Eine Domain verkaufst du, indem du sie auf Marktplätzen wie Sedo oder Afternic inserierst, eine Verkaufsseite auf der Domain einrichtest und Anfragen über einen Treuhanddienst abwickelst. Setz einen begründeten Preis, übertrage erst nach bestätigtem Geldeingang und rechne mit Monaten oder Jahren, bis ein passender Käufer kommt.

Die meisten Domains, die zum Verkauf stehen, werden nie verkauft. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern das Geschäftsmodell der Branche: Investoren halten Tausende Namen und verkaufen jedes Jahr einen kleinen Prozentsatz davon, dafür mit Aufschlag. Wer eine einzelne Domain loswerden will, sollte das wissen, bevor er den Preis festlegt.

Domain verkaufen: was du vorher klären solltest

Drei Fragen bestimmen alles Weitere:

  1. Wer könnte die Domain wollen? Nenne konkrete Firmen oder Branchen. Fällt dir niemand ein, gibt es vermutlich auch keinen Endkunden.
  2. Was ist deine Untergrenze? Der Betrag, unter dem du lieber weiter Gebühren zahlst als verkaufst.
  3. Wie viel Zeit hast du? Endkunden zahlen mehr, kommen aber selten. Investoren kaufen schneller, zahlen aber eher den Großhandelspreis.

Für die Preisfindung brauchst du keine Glaskugel, sondern Vergleichsverkäufe und eine nüchterne Bewertung. Wie das geht, steht im Artikel Domainwert ermitteln.

Wo kann ich meine Domain verkaufen?

KanalWie er funktioniertGut für
SedoGroßer Marktplatz mit Inseraten, Verhandlung und Treuhand, stark im deutschsprachigen Raum.de, .com, .eu
Afternic (GoDaddy)Marktplatz mit Verteilung an Registrare, seit 2025 auch Nachfolger von Dan.com.com und internationale Endungen
Verkaufsseite auf der DomainEine schlichte Seite mit Kontakt oder Sofortkauf-LinkJeder Name mit gelegentlichen Direktbesuchern
Direkte AnspracheDu schreibst mögliche Käufer anNamen mit klarer Zielbranche
BrokerEin Vermittler sucht Käufer gegen ProvisionHochwertige Namen

Provisionen und Gebühren unterscheiden sich je nach Plattform und Verkaufsart. Lies die aktuellen Bedingungen auf der Plattform selbst, bevor du inserierst. Mehrere Inserate parallel sind möglich, du musst dann nur darauf achten, dass ein Sofortkauf auf einer Plattform nicht mit einem laufenden Deal auf einer anderen kollidiert.

Die Verkaufsseite ist der unterschätzte Kanal. Wer die Domain direkt eintippt, hat oft echtes Interesse. Ein einfaches „Diese Domain steht zum Verkauf“ mit Kontaktformular bringt mehr als eine Werbe-Parkseite, die seit dem Rückzug von Google aus dem Parking-Geschäft ohnehin kaum noch Geld einspielt. Mehr dazu im Ratgeber Domain parken.

Festpreis, Mindestpreis oder Angebot?

Ein Festpreis funktioniert gut bei Namen, für die es viele mögliche Käufer gibt, aber keiner davon riesige Budgets hat. Ein Kleinunternehmer kauft eher eine Domain für einen klar genannten Betrag, als sich auf eine Verhandlung einzulassen.

Angebot erbeten passt zu Namen, bei denen der Wert stark vom Käufer abhängt. Ein Konzern zahlt für denselben Namen mehr als ein Startup.

Ein Mindestpreis verhindert lästige Angebote im zweistelligen Bereich. Viele Marktplätze erlauben ihn, ohne dass der Käufer ihn sieht.

So verhandelst du ein Angebot

Ein typischer Ablauf, wenn ein Angebot unter deiner Vorstellung eingeht:

RundeKäuferDu
1Erstes Angebot, meist niedrigFreundlich danken, begründetes Gegenangebot über deiner Untergrenze
2Erhöht oder fragt nach BegründungVergleichsverkäufe oder Vorteile des Namens nennen, Preis leicht anpassen
3Letztes AngebotAnnehmen, wenn über der Untergrenze, sonst freundlich absagen

Ein paar Erfahrungswerte: Nenne keinen Grund, warum du verkaufen „musst“. Antworte nicht innerhalb von Minuten, aber auch nicht erst nach Wochen. Und lass dich nicht von „Das ist mein letztes Angebot“ unter Druck setzen; bei echten Käufern kommt danach erstaunlich oft noch ein Schritt.

Wer absagt, sollte die Tür offen lassen. Ein Käufer, der heute zu wenig bietet, meldet sich manchmal in einem Jahr mit mehr Budget wieder.

Betrugsversuche erkennen

Wer eine Domain inseriert, bekommt früher oder später solche Mails. Die bekannteste Masche: Ein Interessent bietet überraschend viel, besteht aber auf einem Gutachten von einem bestimmten Bewertungsdienst, das du bezahlen sollst. Dienst und Käufer sind dieselben Leute, nach der Zahlung meldet sich niemand mehr.

Weitere Warnsignale:

  • Zahlung per Krypto, Gutschein oder Western Union
  • Ein Treuhanddienst, von dem du noch nie gehört hast, mit Link in der Mail
  • Druck, den Auth-Code sofort herauszugeben, „das Geld kommt gleich“
  • Ein angeblicher Geldeingang, den du nur per E-Mail, nicht im Konto des Treuhänders siehst

Alle bekannten Maschen beschreibt der Artikel Domain-Betrug.

Abwicklung: Treuhand, dann Übertragung

Steht der Preis, läuft der Rest nach Schema: Käufer zahlt beim Treuhänder ein, du siehst den Eingang im Treuhand-Konto, du überträgst, der Käufer bestätigt, du bekommst das Geld. Auf Marktplätzen ist das eingebaut. Bei direkt verhandelten Deals einigt ihr euch auf einen unabhängigen Dienst, siehe Domain-Treuhand.

Für die Übertragung forderst du den Auth-Code beim Registrar an. Bei .de gilt er 30 Tage. Hebe die Transfersperre auf und gib den Code erst heraus, wenn das Geld sicher liegt.

Steuern beim Domainverkauf

Ein Gewinn aus dem Domainverkauf kann steuerpflichtig sein. Privat kommt § 23 EStG infrage, wenn zwischen Anschaffung und Verkauf nicht mehr als ein Jahr liegt; das Finanzgericht Köln hat 2010 einen Verkauf außerhalb dieser Frist als steuerfrei angesehen. Wer regelmäßig Domains kauft und verkauft, kann als Gewerbetreibender gelten. Mehr im Artikel Domain steuerlich.

Wenn sich kein Käufer findet

Dann stellt sich jedes Jahr die Frage: verlängern oder auslaufen lassen? Rechne die laufenden Kosten gegen die realistische Verkaufschance. Bei einer .de-Domain sind das bei betadomain 2,99 € im Jahr, bei einer .com zum Jahrespreis von 14,99 € etwas mehr. Wer viele Namen hält, sollte einmal im Jahr aussortieren. Einen Überblick über die Kosten deines Portfolios liefert die Preisliste aller Endungen, und wer Domains automatisiert verwaltet, findet die passende Domain-API für Entwickler.

Schritt für Schritt

  1. Preis festlegenSchätze den Wert anhand von Vergleichsverkäufen und Kriterien wie Länge, Endung und Suchvolumen. Lege eine Untergrenze fest, unter der du nicht verkaufst.
  2. InserierenStelle die Domain auf einen oder mehrere Marktplätze und richte eine Verkaufsseite auf der Domain selbst ein.
  3. Anfragen prüfenFiltere offensichtliche Betrugsversuche aus und frag bei unklaren Anfragen nach, wer der Käufer ist.
  4. VerhandelnAntworte auf Angebote mit einem begründeten Gegenangebot und halte dich an deine Untergrenze.
  5. Über Treuhand abwickelnLass den Käufer beim Treuhänder einzahlen und prüfe den Geldeingang im Konto des Treuhänders.
  6. Domain übertragenGib den Auth-Code heraus oder führe den Inhaberwechsel durch, sobald das Geld sicher hinterlegt ist.

Domain gefunden? Prüfen und registrieren kannst du sie direkt bei Wunschdomain prüfen – Jahrespreis ab 2,99 €.

Häufige Fragen

Wie schnell lässt sich eine Domain verkaufen?

Das kann Tage dauern oder nie passieren. Die meisten Domains finden keinen Käufer, weil es für den Namen keinen konkreten Bedarf gibt. Wer schnell Geld braucht, muss deutlich unter dem Wunschpreis verkaufen, etwa an Investoren.

Muss ich den Verkauf einer Domain versteuern?

Das hängt davon ab, ob du privat oder gewerblich handelst und wie lange du die Domain hattest. Privat kann ein Verkauf innerhalb eines Jahres nach Anschaffung unter § 23 EStG fallen. Wer regelmäßig handelt, ist schnell gewerblich unterwegs. Für den Einzelfall gehört das zum Steuerberater.

Soll ich einen Festpreis oder Preis auf Anfrage angeben?

Ein Festpreis senkt die Hürde für Käufer, die schnell entscheiden wollen. „Preis auf Anfrage“ lohnt nur, wenn du mit sehr unterschiedlichen Käufern rechnest. Manche Verkäufer kombinieren einen Sofortkaufpreis mit der Möglichkeit, ein Angebot abzugeben.

Was tun bei einem Angebot, das viel zu hoch wirkt?

Skeptisch werden. Verlangt der Interessent danach ein kostenpflichtiges Gutachten, eine Zertifizierung oder eine Zahlung an einen bestimmten Dienst, ist es fast sicher Betrug. Echte Käufer bezahlen solche Dinge selbst oder verzichten darauf.