Nach dem Kauf überträgt der Verkäufer die Domain entweder per Inhaberwechsel beim bisherigen Registrar oder er gibt dir den Auth-Code, mit dem du sie zu deinem Anbieter umziehst. Bei .de gilt der Code 30 Tage und nur einmal. Das Geld sollte erst fließen, wenn du im Whois oder Kundenkonto als Inhaber stehst.
Der Kaufvertrag ist unterschrieben, das Geld liegt beim Treuhänder, alle sind zufrieden. Und dann hängt der Deal zwei Wochen, weil der Auth-Code abgelaufen ist, die Domain bei einem Hoster mit Kündigungsfrist liegt oder der Verkäufer sein Login nicht mehr findet. Die Übertragung ist der Teil, an dem die meisten Domainkäufe ins Stocken geraten.
Domain übertragen nach Kauf: die zwei Wege
Rechtlich wird nach dem Kauf der Inhaber der Domain geändert. Technisch gibt es dafür zwei Varianten, die sich in Tempo und Risiko unterscheiden:
| Inhaberwechsel beim alten Registrar | Transfer mit Auth-Code | |
|---|---|---|
| Wo liegt die Domain danach? | Beim Registrar des Verkäufers | Bei deinem Registrar |
| Was braucht der Verkäufer? | Zugang zum Kundenkonto, ggf. Formular | Auth-Code, keine Transfersperre |
| Was brauchst du? | Kundenkonto beim selben Registrar | Kundenkonto bei deinem Registrar |
| Dauer | Oft sofort, je nach Anbieter | .de meist Minuten, gTLDs bis zu 5 Tage |
| Risiko | Domain hängt am Altvertrag des Verkäufers | Code kann ablaufen oder falsch sein |
Für die meisten Käufe ist der Transfer mit Auth-Code die sauberere Lösung. Du hast die Domain danach in deinem eigenen Konto, mit deinem Zahlungsweg und deinen Zugangsdaten. Beim Inhaberwechsel ohne Transfer bleibt eine Abhängigkeit vom alten Vertrag, den du erst noch übernehmen oder auflösen musst.
Auth-Code: was er ist und wie lange er gilt
Der Auth-Code (bei .de offiziell AuthInfo) ist ein Passwort, das der Registrar für genau eine Domain erzeugt. Wer ihn hat, kann die Domain zu einem anderen Registrar holen. Deshalb gibt der Verkäufer ihn erst heraus, wenn das Geld sicher hinterlegt ist.
Für .de gilt laut DENIC: Der Code ist 30 Tage gültig und nur einmal verwendbar. Kann der bisherige Provider keinen Code liefern, etwa weil er nicht reagiert, kann der neue Provider die Erzeugung direkt bei der DENIC anstoßen. Das Schreiben geht dann per Post an den eingetragenen Inhaber, also an den Verkäufer.
Bei .com, .net und anderen gTLDs heißt der Code oft EPP-Code oder Transfer Authorization Code. Er wird ebenfalls beim abgebenden Registrar angefordert. Zusätzlich muss dort die Transfersperre aufgehoben sein, im Whois erkennbar am Status clientTransferProhibited.
whois beispiel.com | grep -i "status"
Domain Status: clientTransferProhibited https://icann.org/epp#clientTransferProhibited
Steht dieser Status noch drin, scheitert jeder Transfer, egal wie korrekt der Code ist.
Die 60-Tage-Regel bei .com und anderen gTLDs
ICANN-Regeln erlauben Registraren, einen Transfer innerhalb von 60 Tagen nach Registrierung oder nach dem letzten Registrarwechsel abzulehnen. Viele setzen das automatisch um. Hat der Verkäufer die Domain gerade erst umgezogen, um sie verkaufen zu können, musst du womöglich warten. Manche Registrare sperren außerdem nach einer Änderung der Inhaberdaten für 60 Tage, wenn der Inhaber nicht widersprochen hat.
ICANN überarbeitet die Transfer Policy, die Umsetzung bei Registraren läuft 2026. Künftig ist der eingetragene Inhaber, nicht mehr der Admin-Kontakt, die maßgebliche Stelle für die Zustimmung. Wie dein Registrar das konkret umsetzt, steht in dessen Hilfe. Plane bei gTLD-Käufen sicherheitshalber ein paar Tage Puffer ein und schreib die Frist so in den Vertrag.
Treuhand und Übertragung richtig verzahnen
Der kritische Moment: Geld und Domain sind gleichzeitig unterwegs. Mit Treuhand ist die Reihenfolge klar.
- Du zahlst beim Treuhänder ein.
- Der Treuhänder bestätigt dem Verkäufer den Geldeingang.
- Der Verkäufer startet die Übertragung.
- Du prüfst und bestätigst den Empfang.
- Der Treuhänder zahlt aus.
Ohne Treuhand muss einer vorleisten. Bei Fremden ist das ein unnötiges Risiko. Wie der Ablauf bei Marktplätzen und unabhängigen Diensten aussieht, beschreibt der Artikel zur Domain-Treuhand.
Woran du erkennst, dass die Domain wirklich dir gehört
Ein Screenshot vom Verkäufer reicht nicht. Prüfe selbst:
- Die Domain erscheint in deinem Kundenkonto beim eigenen Registrar.
- Bei .de-Domains auf eine Firma zeigt das DENIC-Whois deine Daten, bei Privatpersonen zumindest deinen Provider.
- Bei gTLDs zeigt das Whois bzw. RDAP deinen Registrar.
- Du kannst Nameserver und DNS-Einträge selbst ändern.
- Die Transfersperre ist wieder aktiv, diesmal von dir gesetzt.
- Alte Weiterleitungen und Mail-Einträge des Verkäufers sind entfernt.
Erst wenn diese Punkte erledigt sind, gibst du beim Treuhänder frei. Viele Dienste setzen eine Prüffrist, innerhalb derer du reklamieren kannst. Lass sie nicht verstreichen, ohne geprüft zu haben.
Typische Probleme und ihre Lösung
Der Code ist abgelaufen. Bei .de nach 30 Tagen. Der Verkäufer fordert einfach einen neuen an.
Die Domain liegt in einem Hosting-Paket. Manche Hoster koppeln die Domain an einen Vertrag mit Kündigungsfrist. Der Verkäufer muss die Domain dort freigeben, ohne das Paket zu kündigen, sonst droht die Löschung. Bei .de greift dann zwar die 30-tägige Redemption Grace Period, zurückholen kann sie in dieser Zeit aber nur der letzte Inhaber.
Der Verkäufer hat keinen Zugang mehr. Dann hilft der Registrar mit einem Identitätsnachweis. Bei .de kann der neue Provider den Code bei der DENIC anfordern, der per Post an den Inhaber geht.
Es läuft ein Dispute oder ein Rechtsstreit. Ein DENIC-Dispute-Eintrag verhindert die Übertragung an Dritte. Das sollte vor dem Kauf geklärt sein, siehe Markenrecht bei Domains.
Du hast die Domain über einen Marktplatz gekauft. Dort übernimmt die Plattform die Koordination. Die Prüfpunkte oben gelten trotzdem.
Nach der Übertragung
Stell als Erstes die DNS auf deine eigenen Server. Danach lohnt der Blick auf DNSSEC und eine Zwei-Faktor-Anmeldung im Registrar-Konto, denn eine frisch gekaufte, wertvolle Domain ist ein beliebtes Ziel für Transfer-Hijacking. Mehr zu den gängigen Maschen steht im Ratgeber Domain-Betrug. Wer die Domain von einer Privatperson übernommen hat, findet die Vertragspunkte im Artikel Domain von privat kaufen.
Für den Transfer selbst brauchst du einen Registrar, der nach dem Umzug keinen höheren Verlängerungspreis verlangt. Bei betadomain kostet eine .de dauerhaft 2,99 € und eine .com 14,99 € im Jahr, die Konditionen für .de und die Konditionen für .com stehen auf den Endungsseiten. Ob die Domain für den Wechsel bereit ist, siehst du vorab in der Domainsuche von betadomain.
Schritt für Schritt
- Übertragungsweg vereinbarenLegt im Kaufvertrag fest, ob ein Inhaberwechsel beim bisherigen Registrar oder ein Transfer mit Auth-Code erfolgt.
- Zahlung beim Treuhänder hinterlegenDu zahlst an den Treuhänder. Der bestätigt dem Verkäufer, dass das Geld da ist.
- Sperren aufheben und Code anfordernDer Verkäufer entfernt die Transfersperre beim Registrar und fordert den Auth-Code an.
- Transfer startenDu gibst Domain und Auth-Code bei deinem Registrar ein und bestellst den Transfer auf deinen Namen.
- Inhaberschaft prüfenKontrolliere im Kundenkonto und per Whois, dass du als Inhaber eingetragen bist und die Domain bei deinem Anbieter liegt.
- Treuhand freigeben und DNS umstellenGib den Kaufpreis frei und setze sofort eigene Nameserver, Passwörter und Kontaktdaten.
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Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Domainübertragung nach dem Kauf?
Ein .de-Transfer mit gültigem Auth-Code ist meist in Minuten erledigt. Bei .com und anderen gTLDs kann der abgebende Registrar bis zu fünf Tage für die Freigabe brauchen, wenn er den Wechsel nicht aktiv bestätigt. Inhaberwechsel innerhalb desselben Registrars gehen oft sofort.
Warum funktioniert der Auth-Code nicht?
Häufige Gründe sind ein abgelaufener oder schon benutzter Code, Tippfehler bei Groß- und Kleinschreibung oder eine Transfersperre beim alten Registrar. Bei gTLDs blockiert außerdem der Status clientTransferProhibited jeden Wechsel, bis der Verkäufer ihn aufhebt.
Brauche ich für den Inhaberwechsel eine Unterschrift des Verkäufers?
Das hängt vom Registrar ab. Manche verlangen ein unterschriebenes Formular, andere eine Bestätigung im Kundenkonto oder per E-Mail. Frag beim Registrar des Verkäufers vorher nach, welcher Nachweis dort nötig ist.
Was passiert mit E-Mails und Website nach der Übertragung?
Die DNS-Einträge bleiben zunächst, wie der Verkäufer sie gesetzt hat. Mails an die Domain können also weiter bei ihm landen. Stell deshalb direkt nach der Übertragung die Nameserver oder die MX-Einträge auf deine eigenen Server um.